Date: 
May 3, 2018
Author: 
Tomás O'Leary
Date: 
5.3.2018
Author: 
Tomás O'Leary

Dass IBM immer mal wieder Lizenzierungsdeals eingeht, ist weder neu, noch berichtenswert. Dieser jüngste Abschluss von Big Blue ist dann aber doch alles andere als gewöhnlich.

Über die letzten 18 Monate hat das indische Unternehmen HCL Technologies fast US $ 1 Mrd. – etwa 90 % ihrer gesamten Investition – für die Lizenzierung verschiedener IBM-Softwareanwendungen ausgegeben. Wo der Unterschied liegt? Darin, dass HCL sich so Zugang zu IP-Rechten für Anwendungen verschafft, die (zum Teil) schon Jahrzehnte auf dem Buckel haben. Am deutlichsten wird das bei Lotus Notes, einer Anwendung, die viele Unternehmen derzeit bereits ausmustern.

Auch andere in die Jahre gekommene Pakete, wie Informix, Tivoli und Workload Scheduler, wurden an externe Entwickler weitergereicht. Zwar haben diese einstigen „Kronjuwelen“ noch immer eine treue Nutzerbasis, aber die schrumpft zusehends. Sollte HCL bei dem Deal auf die falschen Produkte gesetzt haben, dürfte es dem Unternehmen schwerfallen, die investierten US $ 1,1 Mrd. wieder hereinzuholen.

Besorgniserregender Trend für IBM-Kunden

Auf längere Sicht ist es für IBM-Kunden relativ unwichtig, ob HCL Erfolg haben wird oder nicht. Was ihnen aber Sorgen bereiten sollte, ist die Einstellung von IBM zur eigenen Softwaresparte.   Die IP-Rechte an wertvollen Plattformen wie Lotus Notes zu lizenzieren, ist nämlich nicht nur ein lukratives Geschäft für IBM, es zeigt auch, dass sich das Unternehmen immer schneller aus diesem Bereich zurückzieht. Vermutungsweise hat man bei Big Blue ganz einfach kein Interesse mehr daran, wegweisende Softwarelösungen selbst zu entwickeln.

Auf den Spuren von HP?

Es wäre allerdings nicht das erste Mal, dass ein Unternehmen der Branche in dieser Weise vorgeht. Bereits 2015 entstanden aus Hewlett Packard zwei neue Unternehmen: HP Inc. mit dem klassischen PC- und Druckerbusiness, und die auf Server, Storage, Networking und Services ausgerichtete Firma Hewlett Packard Enterprise. Durch diese Trennung wollte HP die nötige Basis schaffen, um Ressourcen besser auf den 2B2- bzw. den B2C-Markt ausrichten zu können.

 

IBMs nicht wirklich geheimer Plan

Zwar mag diese Abkehr von der Softwareentwicklung für manche Kunden überraschend kommen, tatsächlich hat IBM aber bereits seit geraumer Zeit mit der einen oder anderen Äußerung durchblicken lassen, dass sich das Geschäftsmodell ändern wird.

So werden im Geschäftsbericht 2015 eine Reihe „strategischer Imperative“ definiert, die volle finanzielle Unterstützung erhalten sollen, um Marktanteile zurückzugewinnen. Im Umkehrschluss heißt das, dass Geschäftsbereiche, die diesen Status nicht innehaben, mit einiger Sicherheit Budgetkürzungen hinnehmen müssen, da IBM auch auf der Suche nach Kosten- und Effizienzvorteilen ist.

Software ist kein strategischer Imperativ.

Bestehende Kunden sollten sich auf eine aggressive Verkaufsstrategie einstellen

Jeder Kunde, der schon mal die Verlängerung eines IBM-Supportvertrages verhandelt hat, dürfte mit dem Hard-Selling-Ansatz von Big Blue vertraut sein. So dienen Schreckensszenarien, in denen „ungeschützte, verletzliche“ Systeme die Hauptrolle spielen, immer wieder dazu, Software-Asset-Manager zur Unterschrift zu bewegen und sich weitere drei oder fünf Jahre zu binden.  

Was aber haben die Kunden künftig zu erwarten, wenn sich IBM nun aus dem (noch) lukrativen Softwaremarkt zurückzieht? Wie der Rest der Branche, hofft auch IBM, bestehende Kunden auf neue, cloudbasierte Plattformen mitziehen zu können. Zwar wäre die Marge je Lizenz so niedriger, aber der Jahresumsatz aus Abo-Verlängerungen ließe sich deutlich einfacher voraussagen.  

Zeit, Ihre eigene IBM-Softwarestrategie zu überprüfen?

Die Herausforderung für viele IBM-Nutzer liegt darin, dass sie umfangreich in ihr IBM-Ökosystem investiert haben. Sind sie deshalb gezwungen, zur Cloud zu migrieren, wenn IBM nun die Entwicklung traditioneller Softwareplattformen strategisch zurückfährt? Tatsache ist in jedem Fall, dass die Unterstützung der auf Kundenseite installierten Softwarebasis für IBM keine Bedeutung mehr hat, und das bereitet wirklich Anlass zur Sorge.  

Noch kniffeliger wird die Sache für Unternehmen, die gerade dabei sind, ältere Anwendungen auszumustern. Zwar wird IBM Ihnen (im Rahmen einer festgelegten Produktlebensdauer) auch weiterhin Support bieten, aber wie immer hat IBM bei dem Spiel die besseren Karten in der Hand. Mit anderen Worten: Auch wenn Sie beim Wechsel zu einer neuen Plattform nur für eine kurze Interimsphase Support benötigen, wird IBM Ihnen fraglos ein ganzes Jahr in Rechnung stellen, was wiederum die Projektkosten steigen lässt.    

Während IBM nun bewährte Applikationen wie Lotus Notes, Tivoli und Informix in fremde Hände legt, blicken die Softwaresupportkunden in eine ungewisse Zukunft. Zwar könnte HCL IBM-Kunden theoretisch interessante Mehrwertservices bieten, aber bislang ist das Unternehmen in Sachen Support eine unbekannte Größe. Zum Glück existiert mit Origina eine solide Alternative für Ihre Anforderungen rund um den IBM-Softwaresupport..

Bereits seit vielen Jahren unterstützt Origina als unabhängiger Partner zahlreiche renommierte Unternehmen mit IBM-Softwaresupport und hat in der Zeit eine beeindruckende Kundenliste  aufgebaut. Und ganz gleich, wie sich die IBM-Softwarestrategie künftig verändern wird, bei uns erhalten Sie in jedem Fall hochwertige Supportqualität. Sprechen Sie uns einfach an.

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